Vestibular-Syndrom
31 Juli 2011: Q'Jay zeigt massive Koordinationsprobleme.
Es schien ein ganz normaler Sonntag abend zu sein, doch dies sollte sich jäh
ändern. Q'Jay der auf dem Sofa lag und zu dösen schien, entdeckte ein Tier
was sich über den Bildschirm des Fernsehers bewegte, der ihm genau gegenüber
hing. Da er so etwas immer von ganz nah bewundern wollte, sprang er auf und
wollte die paar Schritte zum Fernseher. Erstaunlicherweise ging sein Weg aber erst
mal nach rechts zur Terrassentür und fand dann erst die Orientierung zum
Fernseher..... Erst dachte ich, ich hätte mir das eingebildet doch dann kam er mir
doch etwas sonderbar vor. Ich wollte ihn mir alleine im Garten ansehen doch
was ich sah war erschreckend, denn er schien immer wieder nach rechts wegzuknicken.
Sekunden später stand er aber dann wieder ganz normal. Steve fand sein Verhalten
zwar auch etwas komisch, aber wir entschieden ihn erst einmal zu beobachten. Sein
Verhalten schien sich erst mal wieder zu normalisieren und wir wollten den Tag mit
einem ruhigen Fernsehabend ausklingen lassen. Q'Jay lag zu meinen Füssen auf dem
Boden und schien zu schlafen. Plötzlich fiel mir auf, dass er immer wieder versuchte
sich mit den Forderpfoten in den Fussboden zu krallen um sich hochzuziehen, was
ihm allerdings nicht gelang. Ich half ihm hoch und er fiel sofort wieder auf die rechte
Seite und kämpfte sich wieder hoch. Wir gingen wieder mit ihm in den Garten um ihn
von den anderen Hunden wegzulotsen und um ihn genauer beobachten zu können. Der
Kopf zeigte mittlerweile eine massive Schräghaltung und seine Augen schienen wie
Ping-Pong-Bälle hin und her zu springen. Unser erster Gedanke war ein Schlaganfall.
Steve machte sich also dann doch mit ihm auf den Weg in die Tierklinik. Das
Schlimmste befürchtend wartete ich auf Nachricht und konnte erst mal aufatmen als
ich die Diagnose "kein Schlaganfall" sondern "Vestibular-Syndrom" und "behandelbar"
bekam. Leider war Q'Jay's Zustand so schlecht, dass er erst mal über Nacht in der
Klinik bleiben musste.....
Ich suchte also im Internet nach diesem Vestibular-Syndrom, was hier dann als Störung
des Gleichgewichtsorgans, welches sich im Innenohr befindet, beschrieben wurde.
1 August 2011: Q'Jay muss zahlreiche Untersuchungen über sich
ergehen lassen.....
Am Montag morgen warteten wir erst mal auf Nachricht aus der Klinik und da wir
erst nichts hörten, dachten wir sein Zustand hätte sich verbessert und wir könnten
ihn am Nachmittag wieder abholen, doch weit gefehlt.
Am späten Morgen kam dann der Anruf. Q'Jay's Zustand war unverändert schlecht.
Da eine banale Mittelohrentzündung bis hin zum Hirntumor der Auslöser für
die Erkrankung sein konnten, bekam er nun schon seit mehreren Stunden Medikamente
gegen jegliche Entzündung des Innenohrs, was aber bislang keine Veränderung seines
Zustandes zu bewirken schien. Es wurde uns zum CT geraten, um der Sache auf den
Grund zu gehen. Um 13 Uhr kam dann die erlösende Diagnose..."kein Tumor", doch
wussten wir immer noch nicht mehr, und sein Zustand war immer noch schlecht.
Q'Jay hing also weiter in der Klinik am Tropf und wir fürchteten zuhause unser
Bärchen nicht mehr wieder zu sehen, denn besuchen sollten wir ihn auch nicht,
um ihn nach der Narkose und bei seinem Zustand nicht weiter aufzuregen.....:-((((
Wir bekamen einen Besuchstermin für Dienstag nachmittag.....eine lange quälende
und ungewisse Zeit für uns.
2 August 2011: endlich dürfen wir zu Q'Jay....
Endlich war es Zeit sich auf den Weg nach Trier zu machen. Viel zu früh machten
wir uns auf den Weg mit dem festen Vorhaben Q'Jay mit nach Hause zu nehmen.
Nach vielen gesammelten Informationen im Internet über diese Erkrankung, entschieden wir,
dass die Klinik Q'Jay jetzt definitiv nicht besser helfen konnte als seine gewohnte Umgebung.
Da wir über Telefon leider keine Informationen bekommen hatten, ob sich sein Zustand
mittlerweile verbessert hätte, waren wir auf das Schlimmste gefasst.....
An der Rezeption wurden wir als "Besuch" für Q'Jay angekündigt, was mich
widerum sehr nervös machte.....liess sein Zustand es überhaupt zu ihn mitzunehmen...???
Endlich ging die Tür auf und unser geliebtes Bärchen kam vorne und hinten mit
Geschirr und Tuch unterstützt von Aerztin und Arzthelferin ....schwanzwedelnd auf uns zu.
Er sah uns schielend an, doch seine Augenbewegungen waren lange nicht mehr
so heftig wie bei unserem Abschied Sonntags und sein Zustand schien im Grossen und Ganzen
sehr viel besser geworden zu sein. Aus dem "Besuch" wurde dann gottseidank nach
Absprache mit der Aerztin ein "Mitnehmen" und so verfrachteten wir Q'Jay ins
Auto heimwärts. Zuhause hatten wir alles welpen.....äh seniorengerecht eingerichtet,
so dass er sich auch nirgends beim gegenlaufen verletzen konnte. Von laufen konnte an
diesem Tag erst mal nicht die Rede sein, stehen ging auch nur mit Hilfe, aber immerhin
schien er aufzublühen in seiner gewohnten Umgebung und die Handfütterung schien
er auch sichtlich zu geniessen, denn genau diese Hand brauchte doch bei jedem
Kopfstupser alle möglichen Leckereien genau bis vor die Nase.....:-)
Der Mittwoch brachte wieder einen kleinen Fortschritt, denn das alleine auf seinen
Beinen stehen konnte Q'Jay heute schon recht gut....:-))))
Ein Anruf aus der Tierklinik brachte uns dann definitiv Aufschluss über die
Ursache der Erkrankung, denn die Schilddrüsenwerte waren nicht in Ordnung.
Ein weiteres Medikament sollte seinen Zustand schnell besser werden lassen,
also schnell ins Auto nach Trier, damit unserem Oldie schnellstmöglich
alles an Hilfe zukommen sollte, was ihn wieder gesund werden liess.
Tag für Tag ging es jetzt bergauf....laufen ging nach ein paar Tagen auch schon
wieder einigermassen, bis auf die Phasen wo wir dann beim zu viele Bögen
laufen einfach mal so umfallen. Aber auch diese Phasen wurden weniger....
Der Heilungsprozess soll laut Internet und Aerzten ungefähr 2 Monate dauern,
ich denke das könnte hinkommen, dank Q'Jay's Sturkopf der nie besser zur
Kenntnis genommen werden konnte als in diesen 2 Monaten, war er nach
6 Wochen schon wieder der Alte. Das prophezeite Kopf-schief-halten hielt sich
auch noch in Grenzen. Nur beim schnellen Treppenlaufen (steigen wäre zu
einfach ausgedrückt bei dem Tempo was der Opa vorlegt .-)) ) oder Stress konnte
man sehen dass der Kopf leicht in Schräglage geriet, aber wenn unser Bärchen
noch viele Jahre den Kopf schief halten kann, werden wir uns freuen.....
Wieso jetzt diese ganze Geschichte? Ich denke wenn ich vor dieser Erkrankung
etwas über dieses Syndrom gewusst hätte, hätte es uns sehr viele bange Stunden
erspart in denen wir gedacht haben, Q'Jay hätte einen Schlaganfall gehabt.
Laut der Aerztin kann man den Unterschied jedoch an der Augenbewegung
erkennen. Die Augenbewegungen beim Vestibular-Syndrom gehen zum Ohr
also waagerecht, die Bewegungen beim Schlaganfall jedoch verlaufen
senkrecht...also zum Gehirn.
Unser grosser Dank gilt der Tierklinik in Trier, welche uns auch an einem
Sonntag abend freundlich und kompetent empfangen und Q'Jay liebevoll
während den 2 Tagen betreut haben.
Q'Jay schien sich wieder vollkommen erholt zu haben, er ging wieder mit

spazieren, konnte wieder alleine essen und trinken und auch sonst schien
er über den Berg. Bei seiner Untersuchung im Oktober war nur noch
ein leichtes Schielen übrig geblieben zu sein, was ihm aber keine Probleme
bereiten würde.....ausser beim geradeaus Autofahren (laut Tierärztin :-)...).
16 Dezember 2011:
Q'Jay hatte einen Rückfall :-( Die Symtome waren nicht so dramatisch
wie Ende Juli, aber gehen, stehen, essen und trinken waren wieder mal
Dinge, für die Q'Jay unsere Hilfe benötigte und die nächsten Wochen
benötigen würde. Ein Besuch in der Tierklinik bestätigte unsere Befürchtung
dass altersbedingte Durchblutungsstörungen ihm wohl immer wieder
Probleme dieser Art bereiten können...:-(
31 Dezember 2011:
Heute feiert Q'Jay Silvester mit uns. Er ist noch ziemlich wakelig auf den
Beinen, braucht noch unsere Hilfe beim Laufen und Treppensteigen,
aber immerhin, er sitzt mit einem Ball bewaffnet vor dem Fernseher:-)
Wir hoffen dass wir ihn wieder so gut wie im August hinbekommen .